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pre8frontbackAuf der Suche nach "dem" Audiointerface sind wir für das Studio 2stimmig diverse Möglichkeiten und Produkte durchgegangen. Preislich und qualitativ entschieden wir uns für den Underdog "Echo Audiofire Pre8". Eine unterschätzte Produktlinie... Weshalb, das erfahrt Ihr hier.

 Presonus, Motu, Focusrite - Das waren die Marken und deren Produkte, die wir uns vor der Anschaffung vorgestellt hatten, dass sie zu unseren Studioansprüchen passen würden. Das mag auch sein. Denn eines vorweg, hier geht es nicht um einen genauen, detailierten Vergleich der Lösungen mit Tests unter Laborbedingungen. Auch geht es hier nicht um das ewige Thema wem welcher Klang aus welchem Grund besser gefällt. Vielmehr geht es in diesem Post darum, dass wir eine Lösung, zumindest für uns, fernab der großen Marken gefunden haben, mit der wir grundsätzlich zufrieden sind und die uns zuvor gänzlich unbekannt war.

Im Februar besuchten wir, also Kollege Yannick und ich, unseren Freund Hanno in Hamburg. Wenn man schon mal in Hamburg ist, wo muss man dann auch hin? Reeperbahn? Landungsbrücken? Michel? Quatsch. Zu Just Music muss man! Ein top sortiertes Musikgeschäft mit großer Auswahl und super Beratung (auch wenn für unseren Geschmack die Markenauswahl zumindest im Gitarrenbereich doch recht mainstream-lastig ist). Das muss ich an dieser Stelle jetzt mal erwähnen.

Man weiss ja in den meisten Fällen in denen man einen solchen Laden auch ohne konkrete Kaufabsicht betritt, im Vorherein schon, dass man nicht herauskommt ohne zumindest irgendeinen Kleinkram zu kaufen. "Ach, ähh, brauchen wir nicht noch Plek's?". Diesmal war das anders, denn der Plichtkauf zur Kaufrauschbewältigung blieb uns aufgrund der Befriedigung durch einen heißen Tipp für Audiointerfaces erspart. Mehr Wert als jeder Frustkauf.

Nachdem wir uns durch die Gitarren, E-Gitarren, Verstärker, Monitorboxen etc. gewühlt hatten, endete unser Rundgang im Studiobereich vor den DAW-Controllern und Interfaces.

Verkäufer Moritz gab uns an diesem Montag Morgen einen tollen Tipp: "Das Echo Audiofire Pre8 passt, so wie ich das sehe, auch gut zu Euren Anforderungen. Wenn Ihr auf neutrale Interfaces steht, die zudem stabil laufen, wäre das eine gute Alternative zum Focusrite".

Um ehrlich zu sein: Echo. Die Marke war mir gänzlich unbekannt. Etwas skeptisch entschieden wir uns, uns über die Geräte zunächst mal im Internet zu informieren, nahmen uns Moritz's Visitenkarte und machten uns auf den Heimweg. Wenn ich auf gearslutz.com oder anderen Foren und Fachblogs nach Produkten suche, stoße ich zu 80% auf Posts oder Kommentare die auf Fehler und Probleme verweisen. Das liegt einfach daran, dass wohl kaum jemand etwas rezensiert, wenn er nicht gerade zumindest ein bisschen enttäuscht ist. Außer ich. Ich tue gerade das Gegenteil.

Ich war sehr überrascht, das das diesmal anders war. Die Suche nach dem empfohlenen Gerät liefert durchweg nur lobende und positive Feedbacks zu Tage. Als wir dann lasen, dass das Gerät tatsächlich für seine Neutralität in Sachen Verfärbung und Bandbreite beeindruckte hatten wir uns fast verliebt.

Moritz erstellte uns per Telefon ein Angebot das wir aufgrund eines hervorragenden Paketpreises mit einer anderen Komponente kaum ablehnen konnten. Für Listenpreis 599 € erwarben wir das "Echo Audiofire Pre8" mit einem vorbehaltenen Rückgaberecht von 3 Wochen. Denn von Natur aus sind wir eher sehr skeptisch. 


icon qcon pro echo audiofire 3

Da war es nun. Mitte Februar ein riesen Paket mit den gewünschten Inhalten. Der ICON QCon Pro und das Echo Audiofire Pre8. Um den QCon-Controller kümmern wir uns allerdings in einem anderen Beitrag! Auspacken! Ein Traum. Wie Weihnachten. Und Ostern. Und Apple Keynote. An einem Tag. 


echo audiofire pre8 1

Wenn man bis jetzt noch nicht wusste, dass es sich um ein amerikanisches Produkt handelt, dann weiss man es spätestens, wenn man die dämlichen Warnhinweise gelesen hat. "Achtung: Firewire niemals verkehrt herum einstecken!". Nein. You don't say!

echo audiofire pre8 2

 Der Lieferumfang des Geräts besteht aus dem Interface selbst, einem 4m langen Firewire 800 Kabel Typ 6-polig/6-polig, Gummifüßen für das Interface, wenn man es direkt auf den Tisch stellen will und einem Stromkabel. Dass es sich um ein amerikanisches Produkt handelt, stellt man spätestens dann fest, wenn man sich um die Sromverkabelung kümmern will und keine Kaltgerätestecker mehr zur Verfügung hat. Denn das mitgelieferte Kabel hilft aufgrund amerikanischer Norm nicht ganz viel weiter.

echo audiofire pre8 3

Nach dieser Feststellung schaute ich panisch auf die Angabe der Voltzahlen am Stromanschluss des Pre8. Gott sei Dank toleriert das Teil Spannung von 90V bis 264V. Also alles gut. Kaltgerätekabel aus dem Keller geholt, fertig.

echo audiofire pre8 5

Das mitgelieferte Firewirekabel machte uns um 19:45, 15 Minuten vor Ladenschluss, an einem Samstag noch einmal einen Strich durch die Rechnung. Die 6-poligen Stecker passsen leider nicht an den Mac. Wir brauchten ein 9-poliges auf ein 6-poliges Kabel von ca. 4m Länge. Auf zum örtlichen Mediamarkt. Mit Lichtgeschwindigkeit. Aber ganz im Ernst: Leute ich kauf kein Kabel für 32€ mit 1m Länge wenn ich für 7€ eines mit 4m Länge im Internet bekomme. Ich könnt mich schon wieder aufregen.

echo audiofire pre8 4


Wollen wir das Gute Stück nun mal in Betrieb nehmen. Also schnell ins Rack geschraubt und verkabelt.
Wenn man es so in der Hand hat: Es macht einen guten, edlen Eindruck, mit der spiegelnden Schrift auf der Oberseite. 

echo audiofire pre8 16  

echo audiofire pre8 7

Leicht nervig ist die fehlende Beleuchtung der Bedienelemente des Interfaces. Im Dunklen Rack holt man schnell die Taschenlampe raus. Zusätzliche Rackbeleuchtung ist angesagt. Dafür machen die Bedienelemente optisch und haptisch einen sehr hochwertigen Eindruck. Gut gemacht.

 Während wir das Interface einbauten und verkabelten, installierten wir die Konsole für das Interface auf dem Mac. Ein kleines, schmales Programm dienst sowohl zur Steuerung und Einrichtung des Interfaces als auch zur Überprüfung der Firmware. Achtung: Die Konsolensoftware startet nur, wenn das Interface angeschlossen und eingeschaltet ist.

echo audiofire pre8 11

Direkt nach Start des Interfaces fragte uns die Konsole, ob wir eine neue Firmware installieren wollten, weil die alte nicht mehr aktuell sei. Sicher! Die Firmware war ca. 15 Sekunden später auf dem neuen Stand und die Konsolesoftware erbittet einen Neustart am Gerät. Alles gut.

Die Konsolensoftware ist, so kann man es zusammenfassen, toll - aber durchaus komplex.
Gerade Multiroomstudios sollten hier auf Ihre Kosten kommen. In der Softwarekonsole, lassen sich die Eingangssignale auf Busse aufteilen und abmischen, die dann auf den im Gerät integrierten Ausgängen ausgegeben werden können. Dabei können zwei Mono-Kanäle in "Gang" zu einem Stereokanal gekoppelt werden. Das alles funktioniert sowohl mit den analogen Ein- und Ausgängen, als auch mit den digitalen.

konsole1

konsole2

Achtung: Es handelt sich lediglich um die Regelung der Signale die an die Ausgänge weitergeleitet werden. Diese Einstellungen haben absolut nichts mit der späteren Aufzeichnung in einer DAW zu tun.

Wie gesagt, Multiroom, Talkback, hier bleiben keine Wünsche offen. 

Der Anfänger kann aber auch aufgrund der nur englisch erhältlichen Dokumentation unter Umständen an der Konfiguration scheitern. Deshalb der Tipp für Homestudios: Den ersten Reiter komplett durchmuten, die Kopplungen durch das Deaktivieren der Schalter "Gang" deaktivieren. Erstmal auf die digitalen Eingänge verzichten und den Pan überall auf "C" für Center stellen.

Den Pan-Regler auf "C", also in Mittenstellung zu bringen, erfordert allerdings etwas Feingefühl. Es gibt keine Schnellschaltung für Mittenstellung, und man benötigt fast immer 3 bis 4 Klicks um tatsächlich mit der Maus die Mitte zu erwischen. Hier hoffe ich auf ein Update, denn das nervt hart.


Die Einstellungen können über die Konsolensoftware auf dem Rechner gespeichert werden. Beim Schließen der Konsole, werden die Einstellungen an das Interrface geschickt und dort geflasht. Theoretisch braucht man die Konsolensoftware jetzt so lange nichtmehr, bis man eine der Einstellungen ändern will.


 Die Integration in die DAW, in unserem Fall Logic, erfolgt ebenfalls problemlos. Als Testsystem dient ein Apple Mac Mini Mid 2011 mit 2,6 GHz Intel Core i5. Wir erzielten unter der Verwendung einer 44.100kHz Samplerate beim 24 Bit Recording in ersten Versuchen folgende Roundtrip-/Output-Latenzen:

17,7/8,8 ms bei einer Puffergröße von 256 Samples
11,9/5,9 ms bei einer Puffergröße 128 Samples
9/4,5 ms bei einer Puffergröße von 64 Samples

Alles in allem: Gut.

Der Klang ist, subjektiv und persönlich bewertet, tatsächlich extrem authentisch. Im Vergleich zum "zweckentfremdeten" Zoom R16, nahezu eine erschreckende Echtheit.

Wer also Wert auf ein tatsächlich hochgradig unveränderndes und klares Audiointerface legt, der ist hier richtig. Zumindest sollte man dieses Interface, je nach eigenen Ansprüchen berücksichtigen, wenn man sich mit den großen, bekannten Marken und deren Produkten auseinandersetzt. Gut, dass wir durch unseren Ansprechpartner Moritz von der Marke Echo erfuhren.

Update vom 20.03.2013: Wir haben ein kleines Problem mit dem Interface festgestellt. Sporadische Clicks und Pops während Aufnahmen machen uns ein wenig das Leben schwer. Zudem haben wir seltsame LED-Anzeigen am Gerät festgestellt, die direkt nach dem Einschalten auftreten. Wir gehen aber momentan davon aus, dass es sich um einen Einzelfall und keinen Sereinfehler handelt. Mehr Informationen dazu hier.

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